Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erken­nen, wird nie alt wer­den.

Franz Kafka (1883 – 1924)

Jeder Mensch hat eine bestimmte Vorstellung vom Alter. Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an das Älterwerden denken? Viele haben in diesem Zusammenhang den Ruhestand und die dadurch gewonnene Freiheit vor Augen. Andere verbinden mit der späteren Lebenshälfte körperliche Einschränkungen oder zunehmende Vergesslichkeit. Glaubt man dem Altersforscher Christoph Englert und einem Artikel der Welt, hat das Bild, das man selbst oder die Gesellschaft vom Alter(n) hat, nachhaltigen Einfluss darauf, wie gut oder schlecht jemand physisch und psychisch altert. Die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland lassen jedenfalls eine erfreuliche Perspektive für das Älterwerden zu: Denn nicht nur die Lebenserwartung steigt in Deutschland immer weiter, auch die Zahl der Menschen, die im hohen Alter noch sehr fit sind, nimmt zu. Trotzdem bleibt das negative Bild vom Altern in den Köpfen vieler Menschen haften. Aber nicht nur Christoph Englert plädiert dafür, endlich mit den falschen Vorstellungen der Gesellschaft aufzuräumen.

Programm „Alter neu denken“

neues AltersbildAuch das Familienministerium vertritt die Meinung, dass die in der Gesellschaft vorherrschenden Altersbilder häufig einfach nicht mehr mit den vielfältigen Lebensentwürfen und mit den Stärken der älteren Menschen von heute kompatibel sind.  Mit der Initiative „Neue Bilder vom Alter“ verfolgt das Bundesfamilienministerium das Ziel, neue, differenzierte und realistische Bilder vom Alter(n) zu verbreiten und zu fördern. Dem Thema soll dadurch mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zukommen. Das Programm „Altersbilder“ zeigt, wie sich typische Altersbilder in den unterschiedlichsten Lebensbereichen auswirken. Es ist insbesondere auch ein Appell an junge Menschen, ihr Bild vom Alter einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn ein freundliches Miteinander zwischen Jung und Alt wird nicht nur aufgrund des demographischen Wandels zukünftig immer wichtiger. Mehr Informationen zum Programm finden Sie auch auf Facebook und Twitter.

Späte Lebensjahre haben viel mehr auf Lager, als nur Kreuzworträtsel und Kaffeefahrten

Es sind die veralteten Vorurteile und Stereotypen, die die gesellschaftlichen Bilder vom Älterwerden und von älteren Menschen noch immer stark beeinflussen. Tatsächlich wissen wir längst, dass die späten Lebensjahre viel mehr auf Lager haben, als nur Kreuzworträtsel, Kaffeefahrten und Gehhilfen. Für das Alter dürfen nicht mehr länger die beigen Alltagsklamotten oder das Pflegeheim charakteristisch sein. Denn wissenschaftliche Studien belegen, dass die Zahl der Älteren, die sich zum Beispiel für soziale Projekte engagieren oder ihren Beruf länger ausüben, immer weiter steigt. Auch der Sechste Altenbericht der Bundesregierung ist zu einem solchen Ergebnis gekommen. Und genau hier setzt das Programm des Bundesfamilienministeriums an. Es beinhaltet vielfältige Aktionen, allesamt mit dem Ziel, das Alter aus einem differenzierteren Blickwinkel zu betrachten. Hier einige Beispiele:

1Viele Stimmen zum Alter

Beim traditionellen Tag der offenen Tür der Bundesregierung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden die Besucher gefragt, welche Bezeichnung die älteren Menschen von heute am besten beschreibt. Die Antworten finden Sie hier. Es wurden auch noch weitere Fragen gestellt:

2Das Alter erobert die Leinwand

In dieser Rubrik gibt es eine große und interessante Auswahl an internationalen (Kino-)Filmen, die sich mit vielfältigen Lebensformen und Fähigkeiten älterer Menschen beschäftigen und Jung und Alt auffordern, sich mit dem Thema Alter zu befassen. Die alphabetisch sortierte Filmliste finden Sie hier.

3Wanderausstellung „Was heißt schon alt?“

Die Wanderausstellung „Was heißt schon alt?“ zeigt Bilder von älteren Menschen in den verschiedensten Situationen. Es handelt sich um Beiträge, die dem gleichnamigen Foto- und Videowettbewerb entsprungen sind. Dass das Alter viele verschiedene Facetten hat und die Vorstellungen vom Alter ganz unterschiedlich ausfallen, macht diese Ausstellung nochmals deutlich. Hier finden Sie den Flyer. 

4Schluss mit Lustig? – Der Karikaturen-Wettbewerb zum Alter

Der vom Bundesfamilienministerium und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ausgeschriebene Karikaturen-Wettbewerb zeigt ebenfalls, dass die Wirklichkeit des Alters sehr vielfältig und bunt sein kann. Der Wettbewerb fand im Juli 2015 statt, und es nahmen 381 Kreative teil. Die Bilder der Gewinner finden Sie hier. 

5Foto- und Videowettbewerb „Was heißt schon alt?“

Am Foto- und Videowettbewerb konnten (Hobby-)Fotografen jeden Alters teilnehmen. Dabei sollte dargestellt werden, wie das persönliche Bild vom Alter(n) aussieht. Es wurden 17 Preise vergeben. Die beeindruckenden Fotos finden Sie hier.

Der Siebte Altersbericht: „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“

Der aktuelle Altersbericht der Bundesregierung, der den Titel „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ trägt, beschäftigt sich mit der Frage, welche Voraussetzungen nötig sind, um älteren Menschen in dieser Gesellschaft ein gutes Leben zu ermöglichen. Der Bericht wurde am 11. November 2016 veröffentlicht. Eine Zusammenfassung der Inhalte finden Sie hier.

Sie möchten noch mehr zu diesem Thema erfahren? Am 4. April 2017 werden die Inhalte im Rahmen einer Konferenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin disskutiert. Die Teilnahme ist kostenfrei. Ein detailliertes Programm zur Konferenz und Informationen zur Anmeldung sollen noch bekanntgegeben werden.


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