Ein Auto bedeutet für viele Menschen Freiheit, Unabhängigkeit und Flexibilität. Die Möglichkeit, ins Wochenendhäuschen fahren zu können ohne sich Gedanken um die Gepäckgröße zu machen oder langfristig planen zu müssen. Gleichzeitig ist es vor allem für Bewohner ländlicherer Gegenden unerlässlich, um zum Beispiel zum nächsten Supermarkt oder zum Arzt zu kommen.

Wenn wir merken, dass mit zunehmendem Alter unsere Sehkraft und Reaktionsfähigkeit nachlässt, fällt es uns deshalb umso schwerer, das Auto stehen zu lassen. Dennoch stellen sich viele ältere Menschen die Frage, bis zu welchem Alter sie gefahrlos Auto fahren können. Manch einer merkt vielleicht schon, dass sich heikle Situationen häufen, oder fühlt sich an den Rand gedrängt und agiert entsprechend ängstlich.

Grundsätzlich gelten ältere Menschen auf
grund ihrer Erfahrung als recht sichere Autofahrer – ein Grund warum beispielsweise der Senioren-TÜV sehr umstritten ist. Auch das Geburtsdatum sagt relativ wenig über die Fahrtüchtigkeit einer Person aus. Einige bemerken bereits mit Anfang 50 erste Einschränkungen, anderen fällt bis ins hohe Alter der Schulterblick noch leicht. Fakt ist jedoch auch: Mit dem 75. Lebensjahr steigt die Unfallhäufigkeit bei älteren Verkehrsteilnehmern an. Zudem besteht bei dieser Altersgruppe häufig das Problem der Selbstüberschätzung am Steuer. Da eine routinemäßige Untersuchung zur Fahrtüchtigkeit keine Pflicht ist, ist hier die Eigenverantwortung jedes Autofahrers gefragt.

Empfohlene Gesundheitschecks

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schlägt vor, sich folgenden freiwilligen Gesundheitschecks zu unterziehen, damit Sie im Straßenverkehr sich selbst und andere nicht gefährden:

Sehcheck: Ab 40 Jahren sollten Autofahrer einmal im Jahr beim Augenarzt ihre Sehschärfe bei Dämmerung und Nacht überprüfen lassen.

Hörcheck: Autofahrer ab 60 sollten alle zwei Jahre bei einem Ohrenarzt überprüfen lassen, wie gut sie hohe Töne hören können. Das ist für das sogenannte Richtungshören relevant – das heißt die Fähigkeit zu erkennen, woher ein Geräusch kommt.

Check von Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit: Autofahrer ab 60 Jahren sollten regelmäßig ihre Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit testen lassen. Das geht zum Beispiel bei einer Begutachtungsstelle für Fahreignung (zum Beispiel beim TÜV) oder bei einem Arbeitsmediziner.

Check bei Krankheiten: Autofahrer, die unter bestimmten chronischen oder wiederkehrenden Erkrankungen leiden, sollten vom Haus- oder Facharzt abklären lassen, ob Krankheit oder Medikation die Fahreignung einschränken.

Fahrsicherheitstrainings für Senioren

Um seine Fahrfähigkeiten und Grenzen realistisch einschätzen zu können, lohnt es sich für OMA ON TOURalle Autofahrer in regelmäßigen Abständen ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Derartige Trainings werden zum Beispiel vom TÜV oder der Deutschen Verkehrswacht regelmäßig angeboten. Geübt werden ganz konkrete Situationen auf der Straße. Dazu gehört Slalomfahren, das Bremsen und Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen oder das Einparken in unterschiedlichen Verkehrssituationen. Solche Trainings helfen nicht nur dabei, sich im Straßenverkehr sicherer zu fühlen, sie reduzieren auch das Stressempfinden beim Autofahren.

Ratschläge und Hilfe annehmen

Auch wenn Sie sich noch recht sicher mit dem Auto fühlen, sollten sie Ratschläge oder Hilfsangebote von Verwandten oder Bekannten nicht ignorieren oder gar zurückweisen. Hinweise von Mitmenschen zu ihrer Fahrtüchtigkeit sind sicher nicht böse gemeint. Nehmen Sie diese als Anstoß für einen Gesundheitscheck oder ein Fahrsicherheitstraining, das nicht nur Ihnen sondern auch Ihren Mitfahrern ein sicheres Gefühl gibt. Wenn Sie sich zum Beispiel im Dunkeln auf der Straße nicht mehr wohl fühlen, zögern Sie nicht, in Ihrer Umgebung zu fragen, ob jemand die nächtliche Fahrt übernehmen könnte oder nehmen Sie ein Taxi. Auch technische Unterstützung kann Ihnen das Autofahren erleichtern. Fahrassistenzsysteme wie der Einpark- oder Spurwechselassisten haben den „blinden Fleck“ im Blick und Lichtassistenten sorgen dafür, dass das Fernlicht abbleiben kann, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Auf der Webseite bester-beifahrer.de informiert die Deutsche Verkehrswacht umfassend über verschiedene Fahrassistenzsysteme. Ein Profiltest zeigt, welche Assistenzsysteme am Besten zu Ihrem persönlichen Fahreralltag passen.

Interessante Links

Broschüre „Fit und Auto-mobil“ vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat: Hinweise für ältere Menschen und ihre Angehörigen zur Aufrechterhaltung einer sicheren Auto-Mobilität.

Selbsttest zur Einschätzung der Fahrfitness von der Aktion Schulterblick (ersetzt nicht den Arztbesuch).

Broschüre „Sicher Auto fahren im Alter – Ein Ratgeber für Senioren“ herausgegeben von der Alzheimer Forschung Initiative. Darin enthalten sind Checklisten, die Fahrern und Beifahrern helfen, mögliche Probleme beim Autofahren zu erkennen und Gefahrenquellen zu vermeiden.

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