Dem Thema Arbeit im Alter haben wir uns nun schon mit einigen Artikeln gewidmet. Und das nicht ohne Grund! Das Thema ist aktueller denn je, denn immer mehr Menschen sind auch im Alter sowohl mental als auch körperlich fit und belastbar und absolut in der Lage dazu, ihre jahrelange Erfahrung weiterzugeben. Für viele ist der Arbeitsplatz nach wie vor der Ort, an dem sie sich mit all ihren Talenten und Fähigkeiten einbringen können. Dort finden Erfolgserlebnisse statt und der Austausch unter Kollegen. Der Arbeitsplatz bietet die Möglichkeit einer gewissen gesellschaftlichen Teilhabe. Auf der anderen Seite stellen Arbeitnehmer mit großem Erfahrungsschatz auch eine wichtige Ressource für das Unternehmen dar. Und all das soll nun aufgrund einer Zahl auf dem Papier wegfallen? Im Moment sieht es für die meisten danach aus. Das Rentenalter klingelt eines Tages an der Tür des Arbeitsplatzes und bittet darum, die letzten persönlichen Dinge einzupacken und mitzukommen – Widerspruch unerwünscht.

„Geht’s noch? Arbeit + Selbstwert im Alter“

Geht's noch? Arbeit + Selbstwert im Alter
Hier können Sie einen Blick in’s Buch werfen!

Dass wir aufgrund des Demographischen Wandels allerdings alle Gründe hätten, um ältere Menschen in der Arbeitswelt gut zu integrieren und auch Möglichkeiten einer Beschäftigung nach Eintritt des Ruhestandes zu schaffen, das dürfte so langsam jedem klar sein. Mit diesem Thema hat sich auch Caitrin Lynch, die Autorin des Buches „Geht’s noch?: Arbeit + Selbstwert im Alter“ befasst. Die Professorin für Kultur-Anthoprologie am Olin College of Engineering beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen Arbeit, Gender und Altern. Lynch plädiert für eine kritische Auseinandersetzung und Identifikation mit den Bedürfnissen und Möglichkeiten unserer immer älter werdenden Bevölkerung. Der Klappentext:

Die Traum-Fabrik! In einer Zeit, in der Menschen länger leben und über das traditionelle Rentenalter hinaus arbeiten wollen oder müssen, zeigt das ungewöhnliche Geschäftsmodell der Vita Needle Company, Massachusetts, wie erfolgreich die Beschäftigung ausschließlich älterer Arbeitnehmer ist – und zwar für alle Seiten. Flankiert wird der englische Originaltext von Informationen zur deutschen Situation für Rentner; inklusive praktischer Tipps, was zu tun ist, wenn der Ruhestand naht. Ein wichtiges Thema, das die tiefgreifenden Veränderungen unseres Begriffs von Arbeit und Alter zeigt. Ein Mut-Mach-Film und Buch für die Arbeit nach der Pensionierung!

Das Geschäftsmodell der Vita Needle Company

Die Vita Needle Company, in deren Welt die Autorin Caitrin Lynch ihre Leser mitnimmt, ist ein Familienunternehmen in vierter Generation. Das Unternehmen wurde im Jahre 1932 während der Weltwirtschaftskrise gegründet. Es produziert unter anderem wiederverwendbare Nadeln für alle Arten von industriellen Zwecken sowie Schläuche, Adapter und vorgefertigte Teile. Im Laufe der Jahre hat es sich einen guten Ruf für Qualität, Preis-Leistung und zuverlässigem Service aufgebaut. Innerhalb der letzten zehn bis fünfzehn Jahren beschäftigte die Vita Needle Company mit großem Erfolg überwiegend Menschen, die sich eigentlich bereits im Rentenalter befinden. Von etwa 35 Arbeitnehmern in der Produktion sind circa 95% von ihnen 60 Jahre oder älter und in Teilzeit angestellt. Jeder davon hat eine verantwortungsvolle Aufgabe. Das Geschäftsmodell des Unternehmens aus Massachusetts ist ein gutes Beispiel dafür, wie sinnvoll die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer ist – und zwar für beide Parteien.

Ein „Mutmach-Buch“

Das Buch entführt den Leser nicht nur in das Innere der Nadel-Fabrik, sondern gibt darüber hinaus aufschlussreiche Tipps und Informationen über die (Beschäftigungs-)Situation für Rentner in Deutschland. Wer nicht weiß, wie er sich angesichts des immer näher kommenden Ruhestands verhalten soll, findet hilfreiche Ratschläge in diesem Buch. Auch rechtliche Aspekte werden beleuchtet. Es soll all denen Mut geben, die eine gewisse Unsicherheit verspüren, wenn sie an die Zeit nach ihrer Pensionierung denken. Gleichzeitig ist es eine Lektüre, die im Bezug auf das Thema Arbeit im Alter nicht nur einen Blick über den Tellerrand wagt, sondern auch Denkanstöße liefert, die in dieser Zeit nicht nur wertvoll, sondern vielleicht sogar unumgänglich sind.

1 Kommentar

  1. Was heißt das schon, die 60iger Hürde genommen zu haben? Kurz vor dem Finish? Kurz vor dem Abgrund?? Nein wirklich nicht! Ich finde angesichts der vielen „Endzeitartikel“ zum Thema Mensch älter 60 geradezu erfrischend. Genau so geht es. Wir sind alle nur so alt, wie wir uns fühlen. Wir haben genügend Lebenserfahrung, die ganz natürlichen Zipperlein wegzustecken, sie zu akzeptieren, mit ihnen zu leben. Nur Golfen, Segeln, Trübsal blasen ist einfach langweilig und bringt schlechte Laune. Wir alle -egal ob der vierjährige Pimpf die Aufgabe erhält, den Mittagstisch zu decken- oder der Mitsechziger, der die Aufgabe übernimmt, entweder sein berufliches Wissen einem jungen Unternehmer an die Seite zu stellen, oder Kindern beim Lernen auf die Sprünge zu helfen, eine Regelmäßigkeit. Wir müssen täglich spüren, wofür wir auf diesem Trabanten leben. Wir brauchen Selbstbestätigung. Das schafft Selbstwert. Das konserviert unsere Kräfte, in den Muskeln wie im Hirn. Also: Oldies, macht Euch auf. Nehmt die 80 ins Visier. Das wäre doch gelacht, wenn wir die Hürde nicht auch noch nehmen: federnd, fröhlich, elegant.

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