Wir alle kennen das Phänomen: Die Arbeitswelt nähert sich zunehmend einer nicht zu unterschätzenden Aufgabe. Mit den geburtenstarken Jahrgängen, den sogenannten „Baby Boomern“, erlangen in den nächsten 10 bis 15 Jahren circa 20 Millionen Menschen das gesetzliche Rentenalter. Hierdurch verlieren Arbeitgeber wertvolle Beschäftigte und damit wichtige Kompetenzen. Und es gibt noch ein weiteres Problem: Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern nimmt inzwischen laufend zu, so dass die Unternehmenswelt zunehmend nach alternativen Lösungen sucht. Und hierzu gehört auch die Reaktivierung der bereits in den Ruhestand verabschiedeten Mitarbeiter, der sogenannten Senior-Experten.

Humankapital wird immer wertvoller

Hier ein Beispiel: Laut eines Artikels der Welt meldete der Digitalverband Bitkom im Herbst letzten Jahres allein für die IT-Branche 43.000 freie Stellen. Das sind ganze fünf Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, die verdeutlichen, dass sich das Defizit an fachlich wirklich gut ausgebildeten Kräften zukünftig weiter verschärfen wird. Besonders in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung sowie Bau- und Gebäudetechnik fehlt es an qualifizierten Arbeitskräften. Ein ebenfalls großer Mangel herrscht in den Bereichen Energie, Elektro und Mechatronik sowie Logistik und Sicherheit.

Senior-Experten braucht das Land

Einige der großen Unternehmen in Deutschland greifen auf den oftmals großen Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer, der sogenannten Senior-Experten zurück. Dabei handelt es sich um Fach- und Führungskräfte, die über jahrelange praktische Erfahrung und ein breites theoretisches Wissen verfügen. So stehen beispielsweise bei Daimler inzwischen rund 600 und beim Konzern Bosch bereits stolze 1700 Ruheständler zur Verfügung. Hinzukommt, dass es aufgrund einer Gesetzesänderung für Unternehmen einfacher geworden ist, Arbeitnehmer auch über das gesetzliche Rentenalter hinaus zu beschäftigen. Neben der demografischen Entwicklung ist dies aus Unternehmersicht ein weiterer Punkt, der für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer spricht.

Immer mehr Menschen bleiben länger im Job

Laut entsprechender Statistiken hat sich die Zahl derer, die mit 65 Jahren noch berufstätig sind, inzwischen verdoppelt. Viele Menschen in Deutschland sind sogar noch mit 74 in ihrem Beruf tätig. Neben manchen Arbeitnehmern, die den Eintritt in den Ruhestand kaum erwarten können, gibt es somit immer mehr Menschen, die auf ihre berufliche Aktivität nicht verzichten möchten. Kein Wunder, denn viele, die das Rentenalter erreicht haben, sind gesundheitlich absolut in der Lage, einer Beschäftigung nachzugehen. Aufgrund ihrer fachlichen Expertise sind sie in vielen Bereichen sogar oftmals ihren jüngeren Nachrückern überlegen.

Senior Experten Service (SES)

Für diejenigen, die einen Wiedereinstig in ihren alten Beruf nicht in Betracht ziehen können oder wollen, gibt es durchaus interessante Alternativen. So werden in zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeitsbereichen die Fähigkeiten und das Wissen von berufs- und lebenserfahrenen Menschen dringend gebraucht. Diesem Thema hat sich unter anderem der Senior Experten Service (SES) gewidmet, eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH und eine gemeinnützige Gesellschaft. Hier finden Menschen im Ruhestand eine Plattform, auf der sie ihre Expertise mit anderen im In- oder Ausland auf ehrenamtlicher Basis teilen können. Bereits 10.000 Senior Experten stellen beim SES ihr Fachwissen sowohl kleinen und mittleren Industrie- und Handwerksbetrieben als auch öffentlichen Institutionen, (internationalen) Organisationen und Kommunen zur Verfügung. Durchschnittlich dauern diese ehrenamtlichen Einsätze drei bis sechs Wochen, höchstens aber sechs Monate. Beispiele von zahlreichen nationalen und internationalen SES-Einsätzen finden Sie hier. Sie möchten sich einer neuen Herausforderung widmen und andere an Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung teilhaben lassen? Dann scheuen Sie sich nicht und werden Senior Experte beim SES! Voraussetzung hierfür ist eine langjährige Erfahrung in einem technischen, handwerklichen, kaufmännischen, medizinischen oder sozialen Beruf. Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie auf der Internetseite des Senior Experten Service. 

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