Modeblogger Ari Set Cohen meint, er habe kein Interesse daran, Leute zu fotografieren, die ihrer Jugend hinterher laufen und dadurch ihre Identität verlieren. Er hat sich darauf spezialisiert Menschen zu zeigen, die inspirieren und klarmachen, dass man keine Angst vor dem Älterwerden haben muss. Toller Ansatz! Nun gut, viele der Älteren haben sicher auch keine Angst davor, aber kann sich die alternde Frau wirklich frei fühlen? Kann sie auch als ‚Seniorin‘ als Person beeindrucken ohne den Anschein zu erwecken, sich auf jugendlich zu trimmen oder generell ein Problem mit dem Alter zu haben? Es ist nicht ohne, auf dem schmalen Grad zwischen ‚aufgetakelt‘ und ‚albern‘ zu balancieren, wenn eine alte Frau echtes Modebewusstsein hat.

Frauen können nicht nur Mode, sondern auch ihr Alter ‚tragen‘

Der alternde Frauenkörper ist immer noch ein Tabu. Zwar treten inzwischen mehr und mehr ältere und alte Frauen aus dem Schatten. Sie lassen sich von ihrer Vergänglichkeit nicht länger einschüchtern. Doch versucht die Werbeindustrie immer noch aus jeder Frau ein Objekt der jugendlichen Schönheit zu machen. Grund dafür ist die Hoffnung auf höhere Verkaufszahlen. Eine Strategie, der sich auch Modemagazine bedienen. Was bleibt uns älteren Frauen nun also übrig? Warten, bis in der Modeindustrie ein Umdenken stattfindet? Nein! Es sind wir Frauen selbst, die umdenken müssen. Wir dürfen die eigenen, alten Gedankenstrukturen auflösen und der Welt zeigen, dass wir älteren Frauen nicht nur die Mode, sondern vor allem unser Alter ‚tragen‘ können, dabei den weiblichen Eros behalten und die Gesellschaft sich daran erfreut. Die Werbung mit der Jungend funktioniert nur so lange, wie wir der Jungend nachhängen.

Modetipp: Klare Formen statt detailreiche Muster

Mode im Alter
Aus der aktuellen Modekollektion von Katrin Mersch

Eine gute Kollektion für die ältere Frau braucht nicht ein detailreiches Muster – unsere Falten sind Muster genug. Was sie braucht sind klare Formen, natürliche Stoffe und schmeichelnde, oder auch energievolle Farben. Die Kollektion für die ältere Frau lenkt die Aufmerksamkeit nicht auf die klassischen weiblichen Reize, sondern auf das ausdrucksstarke Gesicht. Das aktuellste Modell meiner Kollektion ist ein Beispiel dafür (s. Bild).

Kleidung im Alltag: Qualität statt Quantität

Was heißt das jetzt für den Alltag? Ich rate Frauen dazu, auf Qualität statt Quantität zu setzen. Verabschieden Sie sich von billigen Stoffen und schlechter Verarbeitung. Es muss nicht immer gleich eine große Investition sein. In Secondhand-Läden lässt sich auch für kleines Geld Gutes kaufen. Bei der Farbwahl sind Ihnen keine Grenzen gesetzt, so lange Sie sich pro Kleidungsstück für eine entscheiden. Ist die Kleidung dezent und stilvoll, kann der Schuh schrill und bunt sein. Dasselbe gilt für Accessoires. Bitten Sie doch einfach mal eine selbstbewusste junge Frau, Sie beim nächsten Stadtbummel zu begleiten. Lassen Sie sich ganz unvoreingenommen von ihr beraten. Probieren Sie sich aus!

Katrin Mersch und ihr Blog weiberleben.de

Katrin Mersch, Blog: weiberleben

Ich möchte mit weiberleben zeigen, dass eine Frau beim Altwerden nicht auf das Gefühl von Freiheit und Weite, wie es vielleicht eine 30jährige fühlt, verzichten muss. Seitdem ich mich beim Altwerden beobachte, verändert sich langsam mein Kleidungsstil. In Kleidung eine tolle Figur zu machen, rutscht an die 2. Stelle. Wichtiger ist mir, dass mein Gesicht und der Ausdruck meiner Persönlichkeit gut in Szene gesetzt wird. Deshalb bevorzuge ich mehr und mehr schlichte Silhouetten und unifarbene Kleidung.

  • mein Blog ist für Frauen über 50
  • er beinhaltet drei Säulen: 1. Mode, 2. Gesundheit/Schönheit, 3. Lebensfreude
  • unter Mode zeige ich Tagesoutfits, selbst genähte Kleidung und dokumentiere meine Shoppingtouren
  • unter Gesundheit/Schönheit erfährt der Besucher etwas über meine Ernährung, mein Sportprogramm und die Anwendung von pflegender und dekorativer Kosmetik
  • unter Lebensfreude beschreibe ich schöne Erlebnisse, die mich einfach glücklich machen, oder Dinge, die mich beschäftigen

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