Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode. 

Karl Lagerfeld

Es gibt Dinge die einmal modern waren und dann nie wieder – sie sind unwiderruflich out und dementsprechend einfach zu entsorgen. Mit der Mode ist das anders. Auch wenn man nicht alles aufbewahren kann, bei ein paar LieVintage Modeblingsteilen (selbst wenn man sie nicht regelmäßig trägt) lohnt sich das Horten allemal. Schaut man sich die letzten Jahrzehnte der Mode genauer an, stellt man leicht fest, dass viele Stile, Schnitte und Farben einem ständigen Wiederholungsprozess unterliegen. Haben Sie noch ein Vintage-Schmuckstück auf dem Speicher oder im Kleiderschrank versteckt? Dann ist jetzt vielleicht die Zeit gekommen, um das Teil wieder neu glänzen zu lassen.

Erinnern Sie sich noch? – Eine modische Zeitreise

1. Mode der 30er & 40er – Zweckmäßig!

Die Weltwirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit der 30er und 40er Jahre schlug sich auch auf die Mode nieder: Sie musste praktisch und sparsam sein und vor allem dem Zweck entsprechen. Die Frauen trugen alltäglich Rock und Bluse, Bolero-Jäckchen, oft auch in Kombination mit sog. „Saddle Shoes“ und weiten Marlene-Hosen. Diese wurden benannt nach deren prominenten Trägerin Marlene Dietrich, die mit ihrem Stil das Bild der 30er-Jahre-Hausfrau in Rock und Schürze sprengte und ein modisches Zeichen der Emanzipation setzte.

Aufgrund der Materialknappheit musste bei der Herstellung der Kleidung mit Stoffen sparsam umgegangen werden. Besondere Merkmale der Mode der 30er und 40er Jahren waren der Uniformstil, enge Bleistiftröcke, Hemdkleider und schicke Kostüme, die zu bestimmten Anlässen, wie Dinnerparties getragen wurden. Zu den Accessioires zählten Zigarettenspitzen, Federboas sowie elegante Taschen, Broschen und Tücher.

Heute wieder in Mode: Marlene-Hosen, Boleros, Bleistiftröcke, Hemdkleider

2. Mode der 50er – Revolutionär!

Ein Jahrzehnt, geprägt von vielen neuen Entwicklungen und kleinen Revolutionen: Die 50er. Nach schweren Kriegsjahren und harter Arbeit entstand während des Wiederaufbaus eine Sehnsucht nach dem Schönen. Die Mode dieser Zeit vereinte Eleganz mit einem Hauch von Luxus. Nützliche Kleidungsstücke wurden durch selbstbewusste, weibliche Garderobe abgelöst. Auch bei den Männern war Veränderung festzustellen: Nicht mehr rationale und praktische Schnitte, sondern stilvolle und coole Outfits, ganz nach dem Vorbild von James Dean und Marlon Brando, waren an der Tagesordnung. So tanzten die Männer mit Elvis-Tolle, Lederjacke und blauer Röhrenjeans ausgelassen zu Rock’n Roll. Der Stil der Nachkriegszeit hat sogar einen Namen: New Look (engl. für „neues Aussehen“). Charakteristisch für die Mode der 50er waren z. B. die Wespentaille, schmale Schultern, enge Bleistiftröcke oder wadenlange, weit geschnittene Röcke, die durch darunter getragene „Petticoats“ zusätzlich betont wurden. Christian Dior machte daraus 1947 eine Modelinie.

Heute wieder in Mode: Röhrenjeans, Bleistiftröcke, wadenlange, weite Röcke und Lederjacken

3. Mode der 60er oder „The Swinging Sixties“

Anders sein um jeden Preis – das war das Motto der 60er. Man wollte mit wilder Mode auffallen. Die Kleidung galt als Statement für klare Abgrenzung; jüngere Generationen nutzten freizügiges Auftreten, um sich vom angestaubten 50er-Jahre-Rollenbild der Eltern zu entfernen. Studenten und Bürgerrechtler setzten sich für Freiheit und Emanzipation der Frau ein und all das spiegelte sich auch in der Mode wieder.

Wadenlange, weite Röcke wurden durch extra kurze Röcke und Hotpants ausgetauscht, dazu wurden oft Stiefel getragen – ein Aufschrei ging durch die Gesellschaft. Man schlüpfte in weite Pullover und Hosen, was zuvor lange als unvorstellbar galt. Ältere Generationen reagierten häufig schockiert und verständnislos. In den Trendläden gab es eine große Auswahl an Hosenanzügen sowie Karotten- und Schlaghosen. Knallige Farben und grafische Muster waren das A und O in den Swinging Sixties. Auch Hosen und Röcke mit Karomuster in Brauntönen waren nicht wegzudenken. Statt High-Heels griff man zu Ballerinas, flachen Stiefeln und Schnürschuhen. In den späten 60ern stand die Hippie- und Flower-Power-Woodstock-Zeit auf dem Programm: Wallende Kleider mit Blumenmuster und große Sonnenbrillen – Dinge, die noch heute immer wieder in der Mode auftauchen. Im Frühjahr und Sommer 2016 stehen die 60er modisch ganz hoch im Kurs!

Heute wieder in Mode: Ballerinas, Schnürschuhe und Stiefel aller Art, Hippie- und Boho-Look, weite Pullover (sog. „Oversize-Look“), Karotten- und Schlaghosen, kurze Röcke und Hotpants, Retro-Trend (wild gemischte Grafik-Muster in klaren Farben)

4. Die wilden 70er – Es lebe der Retro-Look!

Die 70er waren bunt, auffällig und schillernd. Es ging um Individualität, um ein freies, selbstbestimmtes Leben und um Geschlechterlosigkeit: Frauen und Männer durften nun offiziell dieselbe Mode tragen. Im Mittelpunkt des Geschehens standen (sehr weite) Schlaghosen, die vor allem aus dem Bereich der Hippie-Mode kamen. Die Flower-Power-Bewegung brachte auch lange, bunte und wallende Kleider, Blumenkränze für das Haar und luftige Häkeljäcken mit sich. Schuhtechnisch waren Clogs total im Trend, außerdem trugen modisch Gekleidete nun Plateauschuhe. Die Liebe zu den hohen Sohlen schaute man sich vor allem von angesagten Sängern der Pop- und Rockszene ab. Zu den must-haves zählten auch sehr große Krawatten, Kragen und Manschetten sowie Trompetenärmel. Blümchenstickerei und Häkeloptik zieren ebenfalls die Kleidungsstücke von damals.

Die 70er dominierten modisch stark das Jahr 2015 aber auch heute schlagen noch immer zahlreiche Herzen für dieses Modejahrzehnt: Den verträumten Hippie- oder Boho-Look oder die glitzernden Discooutfits findet man immer noch in den Modegeschäften und -zeitschriften.

Heute wieder in Mode: Hippie- und Boho-Look (z. B. bunte Maxikleider, verspielte Blusen, Blumenprint, Hotpants, Römersandalen), Glitzer-, Pailletten- und Metallic-Looks, Clogs und Plateauschuhe

5. Mode der 80er – Disco Fever!

Schulterpolster, Leggings, Karottenhosen, übergroße Blazer und schrille Neonfarben: Das klingt ganz nach den 80ern. Filme wie „Dirty Dancing“ und „Flashdance“ inspirierten nicht nur im Hinblick auf Aerobic und Tanz sondern auch modisch. Die Leggings hingen in fast jedem Schrank, am besten in knalligen Farben. Und auch heute sind sie wieder da – allerdings eher in einer dezenteren Ausführung. In den 80er-Jahren stand auch Fitness hoch im Kurs. Die berühmte Jane Fonda und ihre Aerobic-Videos waren für tausende ein großes Vorbild, auch modisch. Wie sie trug man das perfekte Sportoutfit: Leggings und Stulpen.

Sogar die Karottenhose trägt man wieder, jedoch hat sie einen neuen Namen bekommen: „Mom-Jeans“ oder „High-Waist-Jeans“. Schulterpolster zählten ebenfalls zu den modischen Rennern in den 80er Jahren. Ein Trend der (zum Glück!?) bisher noch auf sich warten lässt.

Heute wieder in Mode: Leggings, Karottenhosen (bzw. „High-Waist-Hosen“)

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