Negative Vorstellungen vom Älterwerden erhöhen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken

Eine im Dezember 2015 veröffentlichte Studie der Yale University zeigt, dass bei Menschen, die eher negative Vorstellungen vom Älterwerden haben, mit größerer Wahrscheinlichkeit Veränderungen im Gehirn auftreten, die mit der Alzheimer Erkrankung verbunden sind. „Wir glauben, es ist der von den negativen Vorstellungen vom Altern hervorgerufene Stress, der zu pathologischen Veränderungen im Gehirn führen kann“, sagt Becca Levy, Professorin für Public Health und Psychologie, die die Studie durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Studie seien zwar besorgniserregend, ermutigend sei aber, dass „die negativen Vorstellungen vom Älterwerden abgeschwächt und positive Vorstellungen gestärkt werden können, so dass die nachteiligen Auswirkungen nicht unvermeidlich sind.“

Alzheimer eindämmen durch positive Altersbilder

Die Studie legt somit nahe, dass das Bekämpfen von negativen Vorstellungen vom Älterwerden einen Weg bieten kann, um die rapide ansteigende Häufigkeit von Alzheimer Erkrankungen in der Gesellschaft einzudämmen. Schon heute sind 5 Millionen Amerikaner an Alzheimer erkrankt. In Deutschland leben zur Zeit ca. 1,5 Millionen Demenzkranke, etwa zwei Drittel davon sind von der Alzheimer Krankheit betroffen.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler untersuchten über einen langen Zeitraum zunächst gesunde, nicht an Demenz erkrankte Personen. Sie fanden heraus, dass bei den Teilnehmern, die von Beginn an eher negative Vorstellungen mit dem Älterwerden verbanden, über die Zeit ein signifikant größerer Rückgang im Volumen des Hippocampus auftrat. Das ist der Teils des Gehirns, der für das Erinnerungsvermögen entscheidend ist. Daneben führten die Wissenschaftler auch Hirnautopsien durch. Bei Probanden, die immer schon eher negative Vorstellungen vom Älterwerden hatten,  traten dann später auch zwei weitere Hauptindikatoren für die Alzheimer Krankheit signifikant häufiger auf.

Jeder Einzelne ist gefordert

Was bedeutet nun diese Studie für uns, unsere Gesellschaft und ihren Umgang mit dem Älterwerden? Wir können selbst dazu beitragen, das Risiko an Alzheimer zu erkranken zu verringern, indem wir bewusst das Älterwerden stärker als bisher mit positiven Vorstellungen verbinden. Wir alle sind gefordert, unsere Altersbilder zu überdenken, Ängste und negative Assoziationen mit dem Älterwerden zu reduzieren, gelassener mit dem Älterwerden umzugehen und positive Altersbilder zu stärken.

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