Frische Luft, ausreichend viel Bewegung und die richtige Ernährung: All das sind angeblich lebensverlängernde Maßnahmen. Doch was, wenn man der totale Sportmuffel ist und auch gerne einmal zu Süßigkeiten und Co. greift? Muss man dann um sein Leben fürchten? Naja, ganz so schlimm sind die Aussichten nun auch wieder nicht. Denn für all diejenigen, deren Spaziergänge in der kalten Winterluft etwas kürzer ausfallen als vielleicht geplant, haben wir einen guten Tipp: Nehmen Sie doch stattdessen einfach Ihr Lieblingsbuch zur Hand und machen es sich auf der Couch mit einem warmen Tee bequem! Denn laut einer Gruppe von Forschern zählt auch das Bücherlesen zu den Freizeitbeschäftigungen, die möglicherweise Ihr Leben verlängern könnten.

Längeres Leben durch Lesen?

Wenn Sie jetzt denken, dass das Herumsitzen beim Lesen gar nicht gesund sein kann, dann dürften Sie in diesem Punkt natürlich Recht behalten. Auch greifen viele von uns während des Lesens zu kleinen Naschereien, wie Schokolade oder ähnlichem. Förderlich für die Gesundheit ist das natürlich nicht, es ist einfach nur wunderbar gemütlich! Was aber ist dann gesund am Lesen? Die Health and Retirement Study (HRS), eine Langzeitstudie von älteren Menschen in den USA, hat genau das untersucht. Insgesamt nahmen 3635 Probanden ab 50 Jahren an der Studie teil. Diese wurden nach ihren Lesegewohnheiten befragt. Das Ergebnis war, dass Bücherliebhaber im Gegensatz zu Lesemuffeln tatsächlich ein um 20 Prozent vermindertes Sterberisiko aufwiesen. Bis zu 23 Monate mehr Lebenszeit stellten die Forscher fest. Eine weitere interessante Erkenntnis: Weder der Bildungsstand, noch die jeweilige Gehaltsgruppe der Studienteilnehmer seien hierfür ausschlaggebend. Auch die Einflüsse anderer Faktoren, wie beispielsweise Bildung, Selbsteinschätzung der Gesundheit, Familienstand und Depression wurden von den Forschern vorher schon „herausgerechnet“.

Bücher vs. Zeitschriften: Es gibt einen klaren Gewinner!

Doch nicht nur Bücherwürmer wurden von den Wissenschaftlern genau unter die Lupe genommen! Gleichzeitig untersuchten sie, ob das Schmökern in Zeitschriften ebenfalls einen derart positiven Einfluss auf die Lebensdauer eines Menschen aufweisen kann. Es trat jedoch ein ganz eindeutiger Gewinner aus der Untersuchung hervor: Ausschließlich das Lesen von Büchern kann uns Menschen möglicherweise ein bisschen mehr Lebenszeit schenken. Zeitschriften wiesen einen solchen Effekt nämlich nicht auf. Doch wie kann das sein? Ist Lesen nicht gleich Lesen? Eine eindeutige Antwort haben die Wissenschaftler bislang nicht. Sie glauben aber, dass das Bücherlesen sich vorteilhaft auf die Kognition auswirkt und der Geist des Lesers durch Bücher mehr in Schwung gebracht wird als durch das Konsumieren von Magazinen. Lebensverlängernd sollen sich womöglich kognitive Prozesse, wie geistige Beweglichkeit, wache Empathie, soziale Wahrnehmung und emotionale Intelligenz auswirken.

Wenige Zeilen, große Wirkung!

Doch wie hoch sollte die tägliche Bücherdosis nun mindestens sein, dass sie sich unterstützend auf die Gesundheit auswirkt? Laut den Forschern würden schon dreißig pro Tag Minuten ausreichen, um eine signifikante Wirkung zu erzielen. Dabei sollte allerdings ganz nach dem Motto „Qualität statt Quantität“ vorgegangen werden! Denn nur wer jeden Tag seine Nase stundenlang in die Tageszeitung steckt, hat automatisch ausreichend viel Lesestoff zu sich genommen. Denn vorrangig kommt es auf den Inhalt an: Nur ein halbwegs anspruchsvolles Buch gilt als Lebenselixier. Das kalte Winterwetter eignet sich außerdem jetzt perfekt dafür, seinen Wissensdurst zu stillen und ein paar interessante Zeilen zu lesen. Sie haben momentan keinen geeigneten Schmöker zur Hand? Dann lassen Sie sich doch inspirieren von unserem Artikel “Die beste Zeit ist jetzt”: 11 Bücher zum Thema Älterwerden.

1 Kommentar

  1. dem Lesen, besser dem Schmökern, Raum einzuräumen, ist sicherlich gesundheitsfördernd. Ich habe bewusst Lesen durch Schmökern etwas zu präzisieren versucht, weil LESEN tun wir täglich möglicherweise mehr als unser Hirn, besonders auch auch unsere Seele zulässt. Die E-Mails, die Werbung in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Horrornews in den Gazetten, die zu zahlenden Rechnungen etc. fluten unseren Aufnahmespeicher und bringen uns in der besinnlichen Adventszeit nicht unbedingt zur Ruhe. Schmökern hingegen, das wird schön im Blog beschrieben, hat so etwas wie, „Runterkommen“, Couchsurfing, Seele baumeln lassen. Genusslesen. Wenn´s dem Genuss dient, dann sind wir auf der richtigen Spur. Ihnen eine besinnliche Adventszeit mit viel Zeit auf dem Sofa!!!

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