Geht nicht, gibt’s nicht: Zahlreiche Beispiele zeigen, dass das Alter – sofern man gesundheitlich stabil ist – einer sportlichen Aktivität nicht im Wege steht. Wer denkt, Sport sei Mord, der befindet sich ziemlich wahrscheinlich auf dem Holzweg. Vieles spricht dafür, dass man gerade im Alter noch nach einem sportlichen Hobby Ausschau halten sollte. Denn nicht nur gesundheitliche Aspekte begründen das: Sport steht mehr mit Glücksgefühlen in Verbindung, als so mancher vielleicht denkt!

Viele Argumente sprechen für Sport im Alter

Argumente für Sport gibt es viele, umgekehrt könnte sich das etwas schwieriger gestalten. Meist unbestritten ist der hohe Spaßfaktor, der oftmals gerade durch sportliche Aktivitäten in Gruppen zustande kommt. Durch eine Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitnessstudio lassen sich zudem leicht Kontakte zu anderen Menschen knüpfen. Treibt man Sport im Freien, hält man sich natürlich auch häufiger an der frischen Luft auf. Und da sind wir auch schon bei der Glücksforschung angelangt: Denn Forscher der University of Sussex fanden heraus, dass ein nur 20-minütiger, täglicher Aufenthalt im Freien ganz maßgeblich die Laune steigern und zusätzlich sogar das (Arbeits-)gedächtnis verbessern kann. Die Glücksgefühle sind umso stärker, wenn die Sonne scheint. Temperaturtechnisch sollen circa 14 Grad ideal sein, wie die American Meteorological Society im Jahr 2011 herausfand. Einer Runde Walken an der frischen Luft steht also nichts mehr im Wege!

Sport macht glücklich

Sport steigert das Wohlbefinden! Warum? Laut eines Artikels des Spiegel zählen Forscher sogenannte „Endocannabinoide“ zu den Auslösern. Hierbei handelt es sich um körpereigene Substanzen, die einen drogenähnlichen Rausch hervorrufen können. Sportliche Betätigung führe Thesen zufolge zu einer höheren Ausschüttung von körpereigenen Cannabinoiden. Das Empfinden von Schmerz und Ängstlichkeit würde hierdurch reduziert. Auch die Ausschüttung von Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin könne durch Sport gesteigert werden. All diese Botenstoffe könnten „verantwortlich“ für den Rauschzustand beim Laufen sein. Serotonin wird häufig auch als Glückshormon bezeichnet.

Mit Sport gesünder altern

Und dann gibt es da natürlich noch den gesundheitlichen Aspekt, der absolut nicht zu unterschätzen ist. Falls Sie nun denken, dass Sie gar nicht mehr so viel Sport treiben könnten, dass das tatsächlich noch gute Effekte auf Ihre Gesundheit haben kann, dann möchten wir Sie an dieser Stelle beruhigen: Denn für die positiven Auswirkungen von sportlicher Betätigung gibt es keine Frist! Laut eines Spiegel Artikels fanden britische Wissenschaftler anhand einer Studie mit 3.500 Personen im Alter von durchschnittlich 64 Jahren heraus, dass selbst Menschen, die erst spät sportlich aktiv werden, die Wahrscheinlichkeit gesund zu altern sogar noch um ein Dreifaches erhöhen können. Menschen, die regelmäßig Sport treiben, können diese Aussichten sogar um das Siebenfache steigern. Regelmäßiger Sport fördert u. a. die Koordination und das Reaktionsvermögen, stärkt das Herz-Kreislauf-System und wirkt dem Knochenabbau an bestimmten Stellen entgegen.

Im Alter besser: Der 100-jährige Marathonläufer

Bekannt unter dem Spitznamen „Turban-Tornado“ ist er im Jahr 2013 mit stolzen 101 Jahren seinen letzten Marathon gelaufen, um anschließend seinen sportlichen Ruhestand einzuläuten: Die Rede ist von Fauna Singh, dem ältesten Langstreckenläufer der Welt, der mit stolzen 89 Jahren seine Leidenschaft für das Marathonlaufen entdeckt hat. Nun gilt er als Wunder der Sportwelt. Als er seinen ersten Marathon bezwang, brauchte er fast sieben Stunden für rund 42 Kilometer. Ganz nach dem Motto „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!“ steigerte er seine Leistungen über die Jahre. Singh musste 92 Jahre alt werden, um seine Bestzeit zu erreichen. Als erster Hundertjähriger der einen Marathon bezwang, ist Fauna Singh ist womöglich der sportlichste Ur-Ur-Großvater der Welt!

Sportarten, die auch im Alter geeignet sind

Gerade wenn man lange keinen Sport mehr getrieben hat, sollte man zunächst mit einem behutsamem Training beginnen, die Intensität an den körperlichen Zustand anpassen und sich mit der Zeit vorsichtig steigern. Um Sie ein wenig zu inspirieren, haben wir einige Sportarten zusammengetragen, die sich entweder komplett unabhängig oder meist im nächsten Fitnessstudio bzw. Sportverein ausüben lassen:

1Nordic Walking

Nordic Walking ist der ideale Einstieg für alle, die lange Zeit keinen Sport gemacht haben. Es schont die Gelenke, stabilisiert den Rumpf und streckt die Hüfte. Beim Nordic Walking kommt die Kraft aus dem ganzen Körper.

2Wandern

Regelmäßiges Wandern verbessert u. a. die Kondition, regt die Kalorienverbrennung an (ca. 350 Kcal pro Stunde), trainiert Muskeln, Knochen und Bänder und ist dabei gelenkschonender als beispielsweise Joggen.

3Radfahren

Wer regelmäßig mit dem Rad unterwegs ist, fordert das Herz und den Kreislauf und regt den Stoffwechsel an. Beim Fahrradfahren werden die Gelenke entlastet, da das Fahrrad das Körpergewicht trägt.

4Schwimmen

Das Wasser trägt das Gewicht des Körpers, so ist Schwimmen besonders schonend für die Gelenke. Dadurch ist dieser Sport auch für Menschen mit Arthrose geeignet. Die gesamte Muskulatur wird beansprucht, Kalorien und Fett werden verbrannt. Nicht nur das Herz-Kreislauf-System wird in Schwung gebracht, auch Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich können gelockert werden.

5Gymnastik

Dieser Sport kann besonders flexibel ausgeführt werden. Die Übungen können ganz einfach von zuhause aus gemacht werden. Bei richtiger Ausführung werden u. a. die einzelnen Muskeln im Körper trainiert, die Beweglichkeit verbessert und das Zusammenspiel zwischen den Muskelgruppen gefördert.

6Tanzen

Neben dem hohen Spaßfaktor stärkt man mit dem Tanzen seine Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Tanzen trainiert den gesamten Körper. Laut einer Studie kann regelmäßiges Tanzen und das Erlernen einer Choreographie angeblich sogar Demenz vorbeugen.

7Yoga

Yoga hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit: So können beispielsweise Arthritis, Rheuma oder Herzkrankheiten durch Yoga gemildert werden. Mehr zum Thema lesen Sie auch in unserem Artikel „Yoga – die Substanz hinter dem Hype“.

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