Gänsebraten mit Rotkohl und Kartoffelknödel – der Weihnachtsklassiker wird auch dieses Jahr wieder bei vielen Deutschen auf der Festtafel stehen. Andere Familien bevorzugen die stressfreie Variante mit Würstchen und Kartoffelsalat zu Weihnachten, während unterm Christbaum aufgeregtes Treiben herrscht und der Wohnzimmerboden mit zerrissenem Geschenkpapier bedeckt ist. Fest steht: Weihnachten ist mit vielen Essens-Traditionen verbunden. Glühwein, Christstollen und Weihnachtsgans sind aus den deutschen Küchen gar nicht mehr wegzudenken. Aber warum nicht mal etwas Neues ausprobieren und seine Gäste mit einem ungewöhnlichen Festtagsessen überraschen? In ganz Europa wird zu den Feiertagen groß gekocht und Sie werden erstaunt sein, was es für verschiedene kulinarische Traditionen gibt: Von Schneeflockenbrot bis gepökeltem Schinkenbraten – die europäische Küche hat viel zu bieten. Vielleicht ist ja auch für Sie eine Idee zum Nachkochen dabei. Wir haben für Sie die besten Weihnachtsrezepte quer über den Kontinent zusammengestellt:

1„Julegrød“ aus Dänemark

Bei unserem skandinavischen Nachbarn gibt es am Heiligabend eine sahnige Weihnachtsgrütze, die Julegrød. Diese wird mit Milchreis, Vanillestangen, Sahne und gehackten Mandeln zubereitet. In Dänemark ist es außerdem Tradition, in dem süßen Milchreis eine ganze Mandel zu verstecken. Wer diese in seinem Dessert findet, bekommt ein kleines Geschenk – die Mandelgave.

Der dänische Reisbrei ist also ein wirklich einfaches Rezept und die Suche nach der versteckten Mandel eine amüsante Beschäftigung für die ganze Runde. Hier geht’s zum Rezept.

2„Bûche de Noël“ aus Frankreich

In Frankreich, Belgien und anderen frankophonen Ländern gibt es einen besonderen Kuchen als Weihnachtsdessert – den Bûche de Noël. Übersetzt bedeutet das „Weihnachtsholzschneit“ und so sieht der mit Buttercreme oder einem leichteren Mousse gefüllt Biskuitteig auch aus. Die rindenartige Struktur des zylinderförmigen Baumstamm-Kuchens erreicht man dadurch, dass man mit einer Gabel über die Glasur streicht. Hier geht’s zum Rezept.

3„Laufabrauð“ aus Island

Das isländische „Schneeflockenbrot“ stammt eigentlich aus dem Norden des Landes, ist aber mittlerweile auf der gesamten Insel ein traditionelles Weihnachtsgebäck. Die Zubereitung ist simpel und benötigt nur wenige Zutaten wie Milch, Salz, Backpulver, Weizenmehl, Zucker und etwas Butter. Das Brot wird ganz dünn ausgerollt und mithilfe eines Tellers rund zugeschnitten. Dann kommt der lustige Teil des Backens: Traditionell schneidet man mit einem Messer kleine Muster, zum Beispiel Schneeflocken, ins Laufabrauð. Anschließend wird es in heißem Fett frittiert und mit geräuchertem Lachs oder Schinken gegessen. Hier geht’s zum Rezept.

4„Panettone“ aus Italien

In der Zeit vor Weihnachten backen wir in Deutschland vielerorts Christstollen. Die italienische Version dieses festlichen Gebäcks ist der Panettone. Diese Mailänder Kuchenspezialität enthält meistens kandierte Früchte oder Rosinen und bekommt seine charakteristische Kuppelgestalt durch eine spezielle Kuchenform, in der sie gebacken wird. Der Legende nach, kam es am Weihnachtsabend am mittelalterlichen Hofe von Ludovico Sforza zu einer kulinarischen Notlage: Der Chefkoch hatte die Nachspeise anbrennen lassen! Zum Glück war Küchenjunge Toni zur Stelle und rettete mit seinem süßen Brot das königliche Dinner. Panettone – also „Brot von Toni“. Hier geht’s zum Rezept.

5„Joulukinkku“ aus Finnland

Wenn Sie zur Abwechslung mal ein typisch finnisches Festessen zubereiten möchten, darf der klassische Weihnachtsschinken Joulukinkku nicht fehlen. Der saftige Schinkenbraten sollte einige Tage vor Heiligabend in einer Pökellauge aus Salz und Zucker eingelegt werden. Wenn der Festtag gekommen ist, wird die Schwarte in Rauten eingeschnitten und mit Nelken verziert. Nach dem Garen wird der Weihnachtsschinken in einer Mischung aus Senf, Zucker und Paniermehl bestrichen und nochmal in den Ofen gegeben, bis er eine goldbraune Farbe angenommen hat. Zu dem üppigen Braten reichen die Finnen häufig Kartoffeln, Karotten oder Steckrüben. Hier geht’s zum Rezept.

6„Barszcz“ aus Polen

Barszcz oder Borschtsch ist eine Rote-Bete-Suppe, die in vielen osteuropäischen Ländern, zum Beispiel auch in Russland und der Ukraine, sehr beliebt ist und oft auch zum weihnachtlichen Festmahl zählt. Das Weihnachtsessen in Polen beginnt erst, wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist und besteht traditionell aus zwölf Gerichten – in Erinnerung an die zwölf Apostel. Die vegetarische Suppe wird meist mit Schmand oder saurer Sahne gereicht und mit frischen Kräutern verfeinert. Die Zubereitung diese Suppe, die sich wunderbar auch als Vorspeise für Ihr Weihnachtessen eignet, ist auch etwas für Kochanfänger und benötigt nur wenige Zutaten. Hier geht’s zum Rezept.

Frage an alle Weihnachtsköche: Was gibt es bei Ihnen traditionell an Heiligabend zu essen? Verraten Sie uns doch bitte Ihr Lieblingsrezept!

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