Viele Eltern kennen es: Nach dem Auszug der Kinder bleibt oftmals ein viel zu großer Wohnraum, der dann möglicherweise nicht nur ineffizient, sondern aufgrund der Leere für viele Menschen sogar ungemütlich wirken kann. Die neue Wohnsituation wirft auch häufig viele weitere Fragen auf: Kann ich die Haus- und Gartenarbeit, bei der bislang die Kinder geholfen haben, alleine stemmen? Nicht, dass es viele nicht noch sehr gut könnten, einigen stellt sich auch die Frage, ob sie die Mehrarbeit übernehmen möchten. Ob mit oder ohne Kinder – das Thema, wo und wie es sich im Alter am besten wohnen lässt, kommt bei den meisten früher oder später auf.

Was spricht für einen Hausbau 50plus?

Neben anderen alternativen Wohnformen spricht vieles für den Bau oder Kauf eines kleineren Häuschens, insbesondere die Tatsache, dass man die Planung ganz nach seinen aktuellen Wünschen ausrichten kann. Ein Argument für diesen Schritt ist sicherlich, dass er ein Zukunftsinvestment ist. Denn zum einen wappnet man sich für das Leben im Alter und zum anderen stehen altersgerechte Immobilien hoch im Kurs und haben somit meist einen stabilen Wiederverkaufswert. Aber nicht nur das! Schlicht und ergreifend haben die meisten Menschen den Wunsch, ihren Lebensabend zuhause zu verbringen. Bei einigen scheitert dieses Vorhaben jedoch daran, dass die eigenen vier Wände dafür nicht geeignet und somit die nötigen Vorkehrungen nicht gewährleistet sind.

Mut zur Veränderung

Doch nicht nur logische oder praktische Punkte sollten in die Überlegungen bezüglich des Traumhauses 50plus mit einbezogen werden. Eine räumliche Veränderung kann vielen Menschen persönlich gut tun – ganz unabhängig vom jeweiligen Lebensalter. Warum nicht sein Lebensumfeld noch einmal verändern? Gerade Menschen, die jahrzehntelang an einem Fleck gewohnt haben, kann es neuen Antrieb geben, wenn sie ihren Wohnraum neu gestalten und ihre Umwelt nochmals von Grund auf entdecken können. Sollten auch Sie über neuen Wohnraum nachdenken, dürfen wir Ihnen hierfür ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

1Gehen Sie in Deckung – Achten Sie auf Rückzugsmöglichkeiten

Wenn die Zahl der Bewohner des Hauses deutlich geschrumpft ist, sollte dies auch bei der Quadratmeterzahl der Fall sein. Wenn es anfangs einmal 150 oder 200 Quadratmeter waren, könnten einem Paar nun gut und gerne 60 bis 100 Quadratmeter ausreichen. Eine alleinstehende Person dürfte natürlich mit entsprechend weniger Fläche auskommen. Genügend Rückzugsmöglichkeiten, wie getrennte Schlafzimmer, Hobbyraum oder Lesezimmer, sollten in die Wohnfläche trotzdem vorab eingeplant werden. Als Finanzierungshilfe könnte die bauliche Integration einer Einliegerwohnung überdacht werden. Auch als Wohnraum für eine Pflegekraft oder eines Familienangehörigen kann sich diese im höheren Lebensalter als hilfreich erweisen.

2Bleiben Sie auf dem Boden – Bauen Sie auf einer Ebene

Der Bau eines Bungalows kann in vielerlei Bereichen Sinn machen: Schwerpunktmäßig sei natürlich zu erwähnen, dass das oftmals schwerfällige Treppensteigen – zumindest zuhause – im wahrsten Sinne des Wortes keinen Raum mehr einnimmt. Ohne zusätzliche, im Wohnraum integrierte Stufen sind die Kriterien von barrierefreiem Wohnen schon teilweise erfüllt. Und der fehlende Keller? Den braucht im Zweifel sowieso niemand mehr, denn Waschmaschine, Trockner und Vorräte sind auch im Erdgeschoss gut aufgehoben.

3Vermeiden Sie Stolpersteine – Planen Sie ein barrierefreies Bad

Gemäß eines Artikels von Baunetz Wissen sollten unter anderem folgende Anforderungen für ein barrierefreies Bad eingehalten werden: Bewegungsflächen sollten keinesfalls zu klein bemessen sein, da dies die Nutzbarkeit erheblich einschränken kann. 60 cm x 60 cm: Dies ist die Fläche, die eine erwachsene Person für das Drehen um die eigene Achse bereits einnimmt. Bei Personen mit Gehhilfen erweitert sich diese Fläche auf circa 1,20 m x 1,20 m, Personen mit Rollstuhl benötigen 1,50 m x 1,50 m. Die Badezimmertür sollte generell nach außen zu öffnen sein. Rollstuhlfahrer benötigen eine Türbreite von mindestens 90 cm. Zwischen den einzelnen Sanitärobjekten und zur Wand sollten mindestens 20 cm vorhanden sein. Die Dusche sollte bodengleich sein und eine Mindestfläche von 1,20 m x 1,20 m aufweisen. Wir empfehlen unsere Anti-Rutsch Streifen für die Dusche und Badewanne. Auch der Sanitärraum sollte immer mit rutschfesten Bodenbelägen ausgerüstet sein. Außerdem wird empfohlen, generell ergonomische Einhebelarmaturen zu verwenden.

4Stellen Sie sich kein Bein – Planen Sie Treppen möglichst schnörkellos

Sofern Sie sich gegen einen Bungalow und somit für Treppen entscheiden, empfiehlt es sich, diese in deren Gestaltung möglichst einfach und geradlinig zu halten, um einem möglichen Sturz entgegenzuwirken. Zudem lassen sich an unkomplizierten Treppen einfacher Treppenlifte anbringen. Sie möchten keinen Treppenlift? Dann kommt für Sie vielleicht ein Personenaufzug in Frage. An dieser Stelle sollte jedoch erwähnt werden, dass dies zwar die komfortabelste aber auch teuerste Lösung darstellt.

5Seien Sie schlau – Bauen Sie smart

Ein intelligentes Haus das den Alltag leichter macht, steht nicht mehr im Widerspruch zu ansprechender Architektur – heutzutage ist problemlos beides möglich! Moderne Computer- und Digitaltechnik hilft nicht nur dabei, das eigene Zuhause besser zu schützen, sondern auch, Energiekosten niedrig zu halten. Ob Bewegungsmelder, automatische Heizung oder selbstschließende Rolläden: Das „Smart Home“ ist gefragt wie nie. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel „Das intelligente Haus“. 

1 Kommentar

  1. Ich würde mir eine schöne Seniorenresidenz-Wohnung kaufen, wie zum Beispiel die von den Augustinen ( hwww.augustinum.de). Hier hat man seine eigenen vier Wände und kann selbstbestimmt leben. Wenn ein sehr reifes Alter erreicht ist und man Hilfe benötigt, ist gleich jemand vor Ort.

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